In: Tourismus Trends
6 Jul 2009
Ja genau! Die Anzeige mit diesem Titel ist mir aufgefallen, als ich heute die Wohnungsanzeigen für den Raum Bozen durchgesehen hab: “Tscherms: Familienbetrieb ***s zu verkaufen. www.immobilien-xyz.com…” Vieleicht kauf ich mir gleich ein Hotel statt einer Wohnung!
Vielleicht unwesentlich teurer… Spaß beiseite: Steht es wirklich so schlecht um mache Betriebe? Ich hatte in den letzten zwei Wochen sehr viel Kontakt zu Hoteliers verstreut im ganzen Land. Mein Fazit und eure Meinung…
Mein Fazit: einige können tatsächlich (zumindest offiziell) keine Einbußen bei den Buchungen beklagen. Interessant! Also volles Haus den ganzen Sommer über. Die Arbeit mit Stammgästen macht sich in Kriesenzeiten definitiv bezahlt!
Die meisten Hoteliers allerdings beklagen Buchungs- und damit auch Umsatzeinbußen! Z.T. ist offensichtlich noch nicht mal die August Wochen gut gebucht. Da macht man sich Sorgen. Besonders wenn man sich vor Augen hält, dass viele Betriebe in den letzten Jahren viel in die Hardware investiert haben und auf einem Berg voll Schulden sitzten, der getilgt werden möchte.
Klar, in diesem Jahr wird der Gast zum Spätbucher… aber die Tendenz hat sich ja auch schon in den Vorjahren abgezeichnet.
Eure Meinung: Generell klingt es in diesem Sommer auch durch die Reihen, dass die teuren Zimmer schwer zu verkaufen sind, die billigeren etwas leichter. Was ich von euch nun gerne wissen möchte ist: Hotels welcher Kategorien (sofern alle bei Ihren Preisen bleiben) werden in den nächsten Jahren die Nase vorne haben? Gebt eure Stimme ab und lest dann die Ergebnisse der Umfrage! Bin schon gespannt! Ergänzungen zum Voting bitte bei den Kommentaren…
Wolfgang arbeitete nach seinem Diplomstudium mit Schwerpunkt "Tourismus & Servicemanagement" als Unternehmens- berater im Tourismus. Weitere Erfahrungen im Bereich Event- und Directmarketing in Kanada führten Ihn ins Destinationsmana- gement bei Südtirol Marketing (SMG).
10 Kommentare bei “Familienbetrieb ***s zu verkaufen”
Wolfgang
Juli 6th, 2009 at 22:11
PS. bitte die Umfrage im Netz etwas rumschreien! Wär toll wenn die einigermaßen repräsentativ würde! Danke!
Herbert
Juli 8th, 2009 at 09:10
Momentan sieht es ja danach aus, als ob die 5*Kategorie die Nase vorne haben dürfte. Eine Grossteil der Betriebe im mittleren Segment strebt jetzt nach oben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ein Überangebot an Luxushotels haben…
Bin ganz einfach überzeugt dass die guten Betriebe in JEDER Kategorie überleben werden und all die halbherzigen Angebote nach und nach verschwinden werden.
Wolfgang
Juli 8th, 2009 at 18:54
Ganz richtig! Das ganze ist im Grunde keine UMfrage sondern eine FANGfrage
Bin ebenfalls ganz sicher: Betriebe die es nicht versäumen, sich ein einzigartiges Profil zu geben, werden künftig, egal in welcher Kategorie, weiter gut arbeiten.
Kurzzeitig dürften aber Hotels mit 3 Sternen wieder einen kleinen Aufschwung erleben: der Gast achtet sehr auf das Preis/Leistungsverhältnis. Kenne doch einige größere Häuser die behaupten die Suiten blieben momentan leer. Es werden die kleineren und damit günstigeren Zimmer bevorzugt gebucht – Ausnahmen bestätigen nat. die Regel!
Wolfsgruber
Juli 14th, 2009 at 06:53
Die Kriese im Tourismus in Südtirol kommt erst. Volles Haus im ganzen Sommer über davon gibt es vielleicht einige. Vor allem trifft es jene die viele Millionen Euro investiert haben. Wie sollen sich die einzelnen Betriebe die Krise lösen. Wer ist zuständig Südtirol zu vermarkten.
Wolfgang
Juli 14th, 2009 at 09:15
@ Wolfsgruber: Klar haben Betriebe die Millionen in die Struktur investiert haben aktuell ein zusätzliches Problem. Die Bank will ja ihr Geld, da sollte die Saison schon gut laufen. Allerdings lohnt sich die Investition langfristig ja ohne Zweifel.
Oder wie ein Kollege erst gestern gesagt hat: “…und wenn du keine Schulden hast, dann musst du schaun welchen zu machen, sonst kannst du die Steuern nicht mehr zahlen”
Die SMG vermarktet Südtirol, wenn auch nicht allein! Aber auch das Produkt im Land muss passen und dafür sind auch die Hoteliers und deren Kreativität gefragt.
Wolfsgruber
Juli 14th, 2009 at 10:42
Ja, entweder investieren oder Steuern bezahlen, das ist klar.Aber viele Betriebe die neue Investitionen getätigt haben, haben jetzt 3 x so viel Schulden wie Umsatz.
Das geht nicht ohne Krise und schon gar nicht mit Krise. Ich bin der Meinung, dass das Land mit Ihrer SMG und den Tourismusvereinen mehr dazu beitragen muss,
die Krise im Tourismus zu bewältigen. Der einzelne Betrieb kann da nicht viel bewirken. Der Betrieb kann „nur“ den Gast zufriedenstellen, damit er wieder kommt.
Das größte Problem haben wir mit dem Preiskampf, da müsste das Land einen Mindestpreis pro Kategorie festsetzen. Wie es zurzeit ist, hat der Gast keine Orientierung mehr;
was Ihm der Betrieb bietet, denn die Hardware ist oft Super und die Software schlecht oder sogar sehr schlecht, denn ansonsten kann ich mir nicht erklären,
wie die Betriebe mit diesen Niedrigpreisen über die Runde kommen.
Hanspeda
Juli 14th, 2009 at 12:39
…ja so ähnlich habe ich es gesagt.
aber erörtern wir heute beim Bierchen oder?
übrigens dein Blog macht sich sehr gut! Kompliment! Viele Reaktionen auf deine Posts bestätigen das!
Wolfgang
Juli 14th, 2009 at 16:52
@ Wolfsgruber: Mit der Software bin ich ganz bei Dir (hoffe mal das mit dem “DU” passt hier im Blog, ansonsten einfach sagen!). Das mit den Mindespreisen ist nicht ganz so einfach wie es klingen mag, wäre aber sicherlich aus Sicht der Qualität positiv!
@ Hanspeda: Danke für die Blumen! Das Bierchen heute geht klar! Hoff man kann da auch was essen… hab hunger
Evelin
Juli 15th, 2009 at 14:30
Die größte Hürde, die wir zu nehmen haben ist, dass die Kurzaufenthalte massiv zugenommen haben. Die Nachfrage für Südtirol ist gleichbleibend zu den letzten Jahren, nur brauchen wir, möglicherweise aufgrund der Krise und des vorsichtigen Buchungsveraltens, mindestens doppelt so viele Gäste wie in den Vorjahren. In den letzten Jahren konnten ja die höheren Kategorien kräftig zulegen, das wohl deshalb, weil das Preis/Leistungsverhältnis vor allem im Pustertal sehr unausgeglichen ist. Wir sind also ein Schnäppchen, um so größer ist die Aufgabe die Qualität hoch zu halten!
Wolfgang
Juli 15th, 2009 at 19:42
@Evelin: bin ganz bei dir! Die Qualität gilt es hoch zu halten und genau dort wird, wie schon Herr Wolfsgruber richtig bemerkt, oft gespart, was ein Fehler ist.
Die SMG spricht bewusst jene Märkte an, deren durchschnittliche Aufenthaltsdauer UND deren durchschnittliche Tagesausgaben im Vergleich hoch sind. Bestes Beispiel der Markt Großbritannien: Die steigen nicht in das Flugzeug für nur 3 Tage Urlaub. Dieser Gast bleibt länger und ist auch bereit im Urlaub entsprechend was auszugeben…