Neben der ausführlichen Literaturrecherche im Rahmen der Erarbeitung des theoretischen Abschnitts der Arbeit, wurden im Rahmen der empirischen Untersuchungen die folgenden Untersuchungsmethoden angewandt:
Schriftliche Besucherbefragungen
Die schriftliche Besucherbefragung wurde über Fragebögen, welche ausschließlich qualitative Fragestellungen beinhalteten, durchgeführt. Die Fragen wurden auf Basis der Ergebnisse der Literaturanalyse erstellt, und wurden bewusst so gewählt, dass im Zuge der Auswertung der Antworten ein möglichst klares Bild bezüglich der Zufriedenheit der Eventbesucher im Hinblick auf verschiedene Erfolgsfaktoren resultierte. Verständlicherweise beschränkten sich die Fragen lediglich auf jene Faktoren, welche von den Eventbesuchern auch beurteilt werden konnten.
Dabei wurden sowohl objektiv messbare (z.B. Alter, Geschlecht, Wohnort) als auch subjektive Sachverhalte (z.B. Meinungen, Einschätzungen) abgehandelt. Für die Untersuchung wurden zum Einen eindimensionale, ordinal-verbale Likertskalen verwendet, welche Zustimmung, Zufriedenheit und persönlichen Eindruck der Besucher zum Ausdruck bringen sollten, zum Anderen dienten auch Nominalskalen zur Überprüfung von Zustimmungen oder Tatbeständen. Die ordinal-verbalen Skalen wurden ausnahmslos in fünf Abstufungen zur Verfügung gestellt um dem Eventbesucher die Möglichkeit zu bieten, eine neutrale Position zu beziehen.
Durch die Anwendung von Skalen bot sich die Möglichkeit, die Antworten einzelner Probanden vergleichbar zu machen. Zusätzlich wurden offene Fragestellungen mit dem Ziel verwendet, die Besucher dazu anzuhalten, sich konkret mit bestimmten Inhalten im Rahmen des Events auseinander zu setzen. Dadurch war es den Autoren nicht nur möglich, die positiv bzw. negativ wahrgenommene Ausgestaltung der Faktoren festzustellen, sondern es konnte weiters ergründet werden, wo konkret die Gründe für diese Wahrnehmung lagen. Wurden Fragen von den Besuchern nicht beantwortet, so wurden diese im Zuge der Auswertungen auch als solche gekennzeichnet.
Die Fragebögen wurden von den Autoren persönlich an die Eventbesucher verteilt. Dabei hielten sich die Autoren in mittelbarer Nähe der betroffenen Probanden auf, damit diese einerseits die Möglichkeit hatten, den Fragebogen ungestört auszufüllen, andererseits allerdings auch evtl. Nachfragen zum Bogen stellen konnten. Im Rahmen der Bogenverteilung wurde grundsätzlich eine systematische Zufallsauswahl getroffen, welche durch die Fragebogenverteilung in unterschiedlichen Eventzonen ergänzt wurde, damit später möglichst genaue Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit getroffen werden konnten, sprich um eine möglichst hohe Repräsentativität der Untersuchung zu gewährleisten. Aus demselben Grund orientierte sich der Umfang der einzelnen Stichproben am Volumen der Grundgesamtheit.
Eine Auflistung der untersuchten Events findet sich im Forschungsdesign der Arbeit (verfügbar im Downloadbereich). Auch eine Auflistung der einzelnen Fragen in nach Antwortmöglichkeiten gruppierter Form findet findet sich im Forschungsdesign.
Leitfadeninterviews
Eine zweite Methode, welche im Rahmen der Untersuchung angewandt wurde, ist die Durchführung von Einzelinterviews mit den jeweiligen Eventorganisatoren, bei welchen ein auf Basis der Erkenntnisse des theoretischen Teils erstellter Fragebogen zur Unterstützung verwendet wurde. Als Interviewpartner wurden die jeweiligen Hauptverantwortlichen der Projekt- bzw. der Organisatorenteams ausgewählt.
Die Interviews wurden in zwei Stufen durchgeführt. Vor dem Beginn des eigentlichen Gesprächs erhielt der Interviewte den genannten Bogen, welcher z. T. standardisierte und z. T. offene Fragen enthielt. Die Einteilung des Bogens erfolgte anhand der einzelnen, aus der Literaturanalyse hervorgegangenen, Erfolgsfaktoren. Der Proband wurde in Folge dazu angehalten, die aus seiner Sicht für den Erfolg eines Events wesentlichen Faktoren (Satisfier) zu kennzeichnen. Nächste Aufgabe des Befragten war es, die wahrgenommene Wichtigkeit der von ihm als Satisfier gekennzeichneten Faktoren anhand einer ordinalen Skala auszudrücken. Die angewandte Skala beinhaltete bewusst sechs Abstufungen, damit sich der Proband nicht für die neutrale Mitte entscheiden konnte, sondern die Faktoren als ‚eher wichtig’ oder ‚eher unwichtig’ klassifizieren musste. Zudem wurde der Proband angehalten anzugeben, ob die als Satisfier gekennzeichneten Faktoren im Rahmen der Eventorganisation bewusst beeinflusst oder gestaltet wurden, und wenn ja, in welcher Form dies geschah. Auf dem Bogen befand sich unter Anderem eine Definition des Begriffs „wesentlicher Erfolgsfaktor“, um bereits im Vorfeld evtl. Unklarheiten bezüglich der Aufgabenstellung auszuräumen. Zusätzlich wurden die für die Beantwortung der Fragen notwendigen Begriffe von den Autoren in mündlicher Form erklärt.
In einem zweiten Schritt wurden dem Probanden zusätzliche offene Fragen zur erfolgten Ausgestaltung der als Satisfier, sowie gegebenenfalls auch der nicht als solche gekennzeichneten Faktoren gestellt. Dabei diente der im ersten Schritt ausgehändigte Fragebogen als Interviewleitfaden. Der Interviewleitfaden kann dem Forschungsdesign entnommen werden.
Mystery Guest-Untersuchungen
Die dritte und letzte Methode, welche im Rahmen der Untersuchung zur Anwendung kam, ist die Mystery Guest-Methode. Bei empirischen Analysen, welchen die Mystery Guest-Methode zugrunde liegt, werden in die Untersuchung eingeweihte Personen dazu angehalten, bestimmte Leistungen aus dem Blickwinkel eines gewöhnlichen Gastes in Anspruch zu nehmen, und diese Leistungen auch zu bewerten, bzw. Faktoren zu identifizieren, welche den Wert dieser Leistung beeinflussen. Da diese ursprünglich im Tourismussektor angewandte Methode auch im Eventsektor bereits erfolgreich zur Anwendung kam, entschieden sich die Autoren auch bei vorliegender Untersuchung für diese Methode. Dabei übernahmen die Autoren die Rolle der in die Untersuchung eingeweihten Personen, was der Vorgehensweise bereits getätigter Studien im Eventbereich entsprach. Die Autoren wurden im Rahmen der Analysen durch einen bereits in einer Studie von Getz et al. zur Anwendung gekommenen Beobachtungsbogen unterstützt. Da der Beobachtungsbogen der genannten Studie alle auch für diese Arbeit relevanten Elemente enthielt, konnte dieser zum größten Teil übernommen werden. Lediglich geringfügige Anpassungen wurden durch die Autoren getätigt. Der Beobachtungsbogen kann dem Forschungsdesign entnommen werden.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Analysemethode gegenüber einer rein schriftlichen Besucherbefragung ist der, dass bestimmte Indikatoren von eingeweihten Beobachtern besser erkannt und bewertet werden können, als es dies einem gewöhnlichen Besucher möglich wäre.
Erwähnt werden muss allerdings auch, dass die Mystery Guest-Methode bestimmten Einschränkungen unterliegt. Dies bedeutet konkret, dass die Wahrnehmung der Beobachter aufgrund derer Kenntnisse und Einweihung in die Analyse, nicht exakt dieselbe sein kann, wie die eines gewöhnlichen Eventbesuchers. Aus diesem Grund resultiert die Gefahr, dass eine überkritische Bewertung vorgenommen wird. Beispielsweise werden negative Faktoren wie Lärm oder Müllansammlungen verstärkt wahrgenommen. Eben aus diesem Grund eignete sich die zusätzliche schriftliche Befragung der Besucher. Die Kombination der beiden Methoden ermöglichte ein relativ umfassendes und der Realität entsprechendes Abbild der Gesamtsituation. Dieselbe Kombination von Untersuchungsmethoden wurde ebenfalls bereits in anderen Eventstudien erfolgreich angewandt.
Weitere Lektüre zu diesem Thema:




















